Cay-Robert Malchartzeck cmalchartzeck@t-online.de
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02.06.2012 - 22.06.2012
Tahiti - Raiatea
> Tahiti 1. Törn
Törn Fotos Berichte Filme
2.6.12 bis 5.6.12 finden kommentarfrei ohne den Chronisten statt. 6.6.12. Tahiti -> Mo’orea Heute ist die Mannschaft der NONO endlich komplett. Im zweiten Versuch landen Moritz und Hinrich mit dreitägiger Verspätung frühmorgens in Papeete, freuen sich sehr, daß kein unfreundliches Wort sie empfängt und richten sich auf dem Boot ein. Die anderen ( Bobby und Basti, Karl und Andreas ) haben schon alles vorbereitet, Vorräte sind eingekauft und wegsortiert, das Boot will auf die Reise. Und so gehts gleich morgens los von der Marina Taina auf Tahiti nach Mo’orea, der Nachbarinsel. Bei frischem Wind segeln wir an den Nordküste entlang und ankern in der Lagune von Mo’orea. Alle schnorcheln erstmal und begrüßen die Aussenbordskameraden. Die Neuankömmlinge kämpfen sich durch einen derben Jetlag, nach dem Essen ist langes Schnarchen angesagt. Koje. 7.6.12 Mo’orea -> Raiatea Wir wachen mitten in der Südseepostkarte auf. Skype in die kühle Heimat, Sonnencreme drauf, Eier mit Speck, was ist Laurier? Nach dem Frühstück wird nochmal geschnorchelt, die andere Hälfte paddelt an den Strand und kauft im Ort ein. Pünktlich um 14:00 fahren wir los, eine Ehrenrunde in der Bucht und dann ab. Erst wenig Wind, aus dem Windschatten der Insel raus und Motor aus. Mit  Genua und 276° geht’s Richtung Bora-Bora. Wir segeln die Nacht durch, das Schaukeln, Schlingern und Schwoijen lässt den Magen nach oben hinter die Zahnreihe rutschen und die Gespräche werden dürftiger. >> Die Mannschaft an Bord. 6 Männer von 19 bis 61, ziemlich gute Altersmischung, etwas seniorenlastig. Eine bunte Mischung, die sich auf engem Raum kennenlernt. Wer trinkt was? Wer schnarcht? Wer wagt sich an Nutella mit Himbeermarmelade? Und der Durchgang ist so eng, daß wir uns auch im Wortsinn durch Abtasten kennenlernen. Eine freundliche Männertruppe. Keine wesentlichen Probleme mit der Aufgabenverteilung und im Zweifelsfall haben wir ja immer noch Bobby, den guten Geist der Reise.  << Die Nacht ist unruhig, der Kahn bockt, knarrt und poltert, fällt mit dem Bug knallend in Wellentäler. Gegen die Übelkeit Hinlegen und Augen zu. Irgendwie kriegen alle die Nacht klein und sehen sich am nächsten Morgen querab Raiatea in die verschwiemelten Augen. 8.6.12 Raiatea -> Bora Bora An der Südkuste von Raiatea steuern wir durch einen Pass, einen schmalen Durchlass im Aussenriff, in die Lagune, suchen einen Platz zum Ankern, tuckern an Traumplätzen vorbei, können aber nur staunen und nicht ankern. So verlassen wir nach diesem Ausflug in ruhigem Wasser ( eine Erholung nach der Wellentortur der Segelnacht ) wieder die Lagune und nehmen den Rest der Strecke nach Bora Bora bei Wind von hinten und langen, ruhigen Wellen. Am Nachmittag steuern wir durch den Pass des Aussenriffs von Bora Bora, gleich danach rechts in eine wunderbare, türkisblaue, glasklare Bucht, Anker runter. Wir sind fast die einzigen in der Bucht, weiter runter ein Hotel und am Ufer Hütten, kleine Rauchkringel, Booten vor den Häusern und morgens krähen die Hähne. Schon mal Probeschnorcheln. Wir essen zusammen, Doppelkopf, Fotos sortieren, lesen, Koje. 9.6.12. Bora Bora In der Nacht wunderbares Mondlicht, der sandige Meeresboden unter dem Schiff leuchtet, glatte See, absolute Stille, die Brandung am Riff rauscht in der Ferne, einzelne Fische plätschern. Herrjeh, wie schön. Sonnenaufgang, ein kurzer Moment, in dem Meer und Himmel gleichhell sind. Alle wachen langsam auf, wir sind alle bezaubert von diesem Ort. Sonnensegel über das Cockpit, Sonnencreme drauf, Bade- und Schnorchelsachen raus, Bücher. Kopfsprung vom Bugkorb ins warme Türkiswasser. Klare Sicht bis zum Meeresboden wie überall in unserer Bucht. Schnorcheln an den Korallenköpfen, viele Fische, Haifisch- und Rochenfütterung am Aussenriff. Wir schnorcheln inmitten eines Schwarms grosser Rochen. Eine Erkundungstour zeigt uns, daß wir den besten Platz erwischt haben, daran besteht kein Zweifel. Ein Tag auf und im Wasser. Erst 45 min vor Sonnenuntergang kommt der Skipper dazu, sich einzucremen. Man hat sein Tun. Vor allem mit Ballistol. Und kommt zu nichts. Die Mannschaft ist perplex. Darauf erstmal ein Bier! ... und just in dem Augenblick erreicht uns die Nachricht, daß wir 1:0 gegen Portugal gewonnen haben! Da gibt’s kein Halten mehr und alle liegen sich weinend in den Armen - oder so ähnlich. Eigentlich ein Tag nur mit Höhepunkten. Später sind alle ruhig mit Buch und Bier beschäftigt. Letztendlich Koje. Wie bekannt. 10.6.12. Bora Bora Längere Debatten um die weitere Planung. Ein Teil fährt ans Riff und schnorchelt mit Rochen und Haien. Grosse Rochen umspielen uns wie Hunde, Haie kreisen in bis 1m Entfernung um uns. Unglaublich. Wir eumeln den Tag entlang, gewöhnt an die Idylle. Backgammon, lesen, dämmern, in der Sonne liegen. Sooft in das  warme Türkiswasser springen, schwimmen oder schnorcheln, wie wir wollen. Abendessen, Bier, Koje 11.6.12. Bora Bora Wie beschlossen, nehmen wir den Anker hoch und tuckern um die Südspitze von Motu Toopua, vorbei an Stelzenhotels. Anker runter an einem Tauchspot, die Taucher sind hinterher eher verhalten, die Schnorchler sind zufrieden mit Adlerrochen und Haien. Wir ankern an der Hauptinsel, ein Restaurant am Wasser ist es heute abend. Kanus mit Auslegern flitzen um die Wette. Ein kleineres Kreuzfahrtschiff, am Ufer qualmen Feuer. Wir essen alle zusammen an Land und dann kommen die Cocktails. Als es noch kein Laptop, Internet, Skype, E-Mails und Tablets gab - was haben die Leute in Kneipen bloss gemacht? Die mehr oder weniger betrunkene Bande verlässt das Restaurant als letzte, alle Stühle sind schon hochgestellt und der Barkeeper poliert alle Gläser mehrfach durch in stummer Verzweiflung. Zurück auf dem Schiff legen die jüngeren Mitglieder sich weiter in Alkohol, entsprechende Buße am nächsten Morgen. Nach und nach alle Koje, Geschnarche im Südseewind. 12.6.12 Bora Bora Vormittags verlassen wir den Ort und motoren an der Westküste entlang, an Motus des Aussenriffs vorbei, Ankern an einer Robinsonkulisse. Wir gehen im Dinghi an Land, ernten Kokosnüsse, wandern durch Palmen und exotische Busch- und Baumflora bis ans Aussenriff. Wir sind die einzigen, Gischt über der Küste, im Wasser wachsende Korallen. Wieder ein starker Eindruck der südpazifischen Wasserwelt mit grossartiger Einsamkeit. Morgen wollen wir Holland putzen - jedenfalls per TV. Der Fanclub findet eine Adresse, wo wir eventuell morgen Glück haben und das Spiel sehen könne. Mal sehen. Am liebsten möchten wir nochmal in unsere Lieblingsbadewannenrelaxrochenhaischnorchelbadebucht. Wir essen zusammen, Rolling Stones auf dem Achterdeck, Kartenkloppen, Koje. 13.6.12 Bora Bora Fussballstadion Und wer hätte es gedacht, pünktlich sind alle auf den Beinen, lichten den Anker, fädeln sich durchs Fahrwasser und erreichen mit Vollgas die Kneipe, in der unser Spiel läuft. Wunderbare Länderspielatmosphäre mit Cafe au lait, Croissants und deutscher Überlegenheit, in der Kneipe und auf dem Spielfeld. Der deutsche Block geschlossen in der ersten Reihe, Gomez knallt zwei rein, die Holländer sehen nicht gut aus, nach der Pause noch ein Gegentor und die Senioren geben alles, um die 3 Minuten Verlängerung ohne Herzkasper zu überstehen. Dann atmen wir auf, Sieg Sieg, und den Anker hoch. Wir suchen unsere alte Ankerstelle, das Wetter ist etwas mau und irgendwie landen wir alle um 20:00 in den Kojen, lesen, fertig. 14.6.12 Bora Bora Badewanne Ein etwas müder Tag, Wind und Wolken, wir müssen einmal neu ankern, ein bisschen an Land. Plötzlich packt’s die Mannschaft und das Deck wird geschrubbt, der Skipper erkennt sein Schiff nicht  mehr. Dann noch schnorcheln und das war’s für heute. Essen, Hinano, Koje. >> Das Wetter. Die Luft ist warm, das Wasser zwischen 25 und 27°, manchmal weht ein kräftiger Wind, meistens eher moderate, erfrischende Winde, die unter dem Sonnensegel alles erträglich machen. Die Sonne hinterlässt ihre Spuren als Bräunung oder davor Rötung, einen richtigen Sonnenbrand kriegt keiner. Morgens ist die Sonne mit einem Ruck da, abends um ca 18:00 ist sie genauso flott wieder weg. Der Sternenhimmel ist meistens sehr beeindruckend klar sichtbar, wunderbares Gefunkel, das Kreuz des Südens.<< 15.6.12 Bora Bora -> Taha’a Morgens fahren wir aus unserer Bucht auf Bora Bora los, am Aussenriff besuchen Bobby und Basti nochmal die Haie. Eine Zeitlang begleiten uns Vogelschwärme, die Fischschwärme jagen und dann gegen den Wind nach Taha’a. Am Aussenriff beeindruckende Brecher, wir suchen im Innenriff einen Ankerplatz. Die Insel ist weniger bevölkert, ruhiger als Bora Bora. Jedenfalls sieht es vom Schiff gesehen so aus. Wir kriegen alle viel Sonne ab, wieder mehr Rottöne in gebräunter Haut. >> Die Südsee . Vom Boot aus - und aus meiner Sicht. Im Januar habe ich ja schon einen Törn in der Karibik mitgemacht, ebenfalls eine schöne Reise  mit einer freundlichen Männermannschaft auf der NONO. Irgendwie ist es hier aber anders. Ruhiger. Mächtiger. Beeindruckende, überraschend authentische Momente und Eindrücke, Bilder, wie aus Träumen in die Wirklichkeit gefallen. Trotz aller unübersehbar bestehenden Probleme, die spürbare Übermacht der Elemente. Mittendrin Millionärsinseln. In der Karibik die Übermacht des grossen Geldes, hier ( bisher ) die Gewalt von Wasser, Feuer, Stein und Wind. In der Karibik vieles appetitlich angerichtet zum Verzehr, hier roher Fisch. Es berührt mich tiefer, ob nachhaltiger, werde ich sehen. Ich bin sehr froh, diesen Teil der Erde ( eigentlich des Ozeans ) zu sehen und zu erleben.<< Nach dem Essen Koje 16.6.12 Taha’a Heute wolkig, wenig Sonne. Der Hauptort der Insel Patio. Heute ist Wahl, aber wofür? Ausserdem war Woche der Vanille auf Taha’a, wo nach wie vor Vanille angebaut wird. Überall freundliche Menschen, ruhige, friedliche, unkomplizierte Atmosphäre. Ein Teil wandert über die Insel, die anderen fahren mit dem Schiff zur vereinbarten Stelle und hollen die Wanderer, die von einer schönen Wanderung durch das Herz der Insel erzählen, ab. Abends schippern alle mit dem Dinghi in den Ort, die lokale Volkstanzgruppe probt in total entspannter Atmosphäre, alle Leute reden miteinander, von ausssen gesehen, ein schönes Beispiel für kommunale Lebens- und Sozialkultur. Aber hier ist es eben warm, das Meer rauscht und die Grillen singen. Vielleicht ist sowas dann auch selbstverständlicher und einfacher als in norddeutschem kaltem Matsch. Wer weiss. Danach feines Essen mit Cocktails in einer französischen Kneipe, gutes Essen und Trinken, die verschiedenen Versuche, auch hier online zu sein, sind unterschiedlich erfolgreich. In der Dunkelheit tuckern wir zurück zur NONO. Koje 17.6.12. Taha’a Vormittags erreicht uns in kleinen SMShappen das 2:1 gegen Dänemark, alles klar, Gruppensieger. Wir versetzen das Schiff an einen der Motus der Lagune, das sind kleine, flache Koralleninseln, die sich im Aussenriff einer Lagune gebildet haben. Eine unglaubliche Südseeidylle, Palmen, tükisgrünes und tiefblaues Wasser, Meeresrauschen. Sonst nichts. Viele Fotos. Später muss Basti noch Nachttauchen. Ach jeh, langsam neigt sich dieser Törn dem Ende zu, noch 4 Tage sind übrig. Unser Ziel Raiatea ist als Nachbarinsel bereits in Sicht und wir überlegen, wie wir die verblebene Zeit verbringen wollen. Doppelkopfturnier. Koje 18.6.12 Taha’a -> Raiatea Vormittags nehmen wir Kurs auf Raiatea, die Nachbarinsel im selben Riff. Einen Ankerplatz müssen wir etwas länger suchen, ein etwas matter Tag ohne Besonderheiten. kbV . Wie bekannt. Die Jungs gehen an Land und holen Kokosbrot, geht aber auch als Dämmstoff. Tahina, Doko, Koje. 19.6.12. Raiatea Wir versetzen in eine andere Bucht, erstmal erkunden, dann gehen alle an Land, um die 3 Cascades zu sehen. Wir wandern einen befestigten Schotterweg zwischen Bananen, Palmen und dichter grüner Vegetation. Dann ist dieser Weg zu Ende, der weitere Weg ist im dichten Dschungel nur noch zu ahnen, wir tapfer weiter, Bambuswäldchen. Dann sind wir uns nicht mehr so sicher, wo’s langgeht, tasten uns noch etwas weiter und begnügen uns letztendlich damit, daß die 3 Wasserfälle wohl nur bei mehr Regen zu sehen sind und baden in einer Mulde des Flusses, oder doch eher Bächleins. Sehr angenehm und erfrischend. Zurück auf’s Schiff. Von diesem Ausflug müssen wir uns erholen, Essen, Doko, Koje. 20.6.12 Raiatea Heute drehen wir die fast letzte Runde am Nordende von Raiatea, nochmal eine Wracktauchrunde, letztes Schnorcheln mit schönen Fischen, wir ankern in der Nähe der Marina Apooiti, nebenan der kleine Flughafen. Der Ankerplatz wird nach Balken gewählt. Eher bedecktes, windiges Wetter, nachts immer wieder Sprühregen. Abends gehen wir essen in der Marina, danach Willkommen bei den Chtis. Koje. >> Nachts. Wenn wir vor Anker liegen, draussen Dunkelheit herrscht und Ruhe einkehrt, sind die Geräusche des Bootes da. Der Wind singt, rauscht und pfeift in den Seilen und Wanten. Es knarrt, knackt, gluckst und plätschert, der Holzboden knarzt und quietscht, der Windgenerator zischt in verschiedenen Tonhöhen, manchmal piepst, klingelt oder meldet sich ein Handy mit beeindruckenden Melodien. Das Segel über dem Achterdeck flappt, die zum Trocknen aufgehängte Wäsche schlägt gegen Stahlseile. Die Wasserpumpe läuft, die Klopumpen sind tätig. Später sind die Männer vom Sägewerk dran, leises Schnorcheln bis kräftiges Zersägen des polynesischen Urwaldes. Dazwischen Platschen auf dem Wasser von Fischen, lange Seile klatschen gegen den Mast, knarrend werden Luken verstellt. Von Zeit zu Zeit in der Nacht vorsichtiges Tappen, leises Plätschern an der Bordwand. Küchenklappern, Kaffeeduft und das Geräusch der Wasserpumpe beenden die Nacht. << 21.6.12 Raiatea   Morgens laufen wir in die Marina Apooiti ein, machen fest und fangen mit dem Räumen an. Tanken, Saubermachen, Packen. Kurz vor Mittag kommen zwei FIAT Pandas, mit denen wir bis nachmittags nochmal eine Tour um die Insel machen. Ein grauer, regnerischer Tag, stürmische Böen. Nochmal Ausblicke von Land auf die Lagune, wir besuchen eine Perlenfarm, besichtigen eins der wichtigsten anthropologischen Denkmale der Südsee. WIr sind alle etwas matt, nach der Rückkehr machen alle sich weiter an die Vorbereitungen der Übergabe eines sauberen Schiffs an die nächste Crew. ... Der Chronist und sein Sohn fliegen morgen als erste gegen Mittag ab, mal sehen, ob noch was an Bericht dazukommt. Geplant ist noch ein Hinano, morgen früh wird der Rest klar Schiff gemacht. So verabschiede ich mich von Schiff und Crew, der Südsee und allen Aussenbordskameraden. Ahoi! Aloa! Hinrich         
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